3 CD-Tipps für die Jahreszeit

Gelbe Blätter, sichtbarer Atem, erster Frost, Nebel. All das schreit nach Klassikern für die Jahreszeit, in der sich alles schlafen legt. Hier drei meiner ganz persönlichen Lieblinge:

harvestman_lashing.jpg Harvestman – Lashing The Rye (Nov. 2005)
http://www.myspace.com/heathenpsych

Aus den Reihen von Neurosis ergab sich das Projekt Harvestman (englischer Name der Weberknecht-Spinne), welche nach eigenen Angaben Psychedelic / Experimental / Folk Rock machen. Das heisst, sie klingen ungefähr wie Metal ohne Drums, Gesang, Solos und konventionelle Songstrukturen – also eigentlich eine Art Ambient. Neben den lange ausgehaltenen verzerrten Gitarren versteckt sich ab und zu noch ein Piano (The Burning Of Tara), Dudelsäcke (The Sea Maiden) und ab und zu ev. noch ein Synthie-Effekt (manchmal schwierig zu sagen). Das Album schafft eine ganz eigene, hypnotische Atmosphäre, teils nur aus Gitarrenklängen, minimalistisch also und trotzdem (oder genau deshalb) genial.

Type O Negative – October Rust (Aug. 1996)

http://www.myspace.com/typeonegative

Obwohl von manchen die Bloody Kisses für den Herbst als das passendste Album von Type O Negative aus Brooklyn genannt wird, ist für mich immer October Rust das Herbst-Album schlechthin. Nach dem humorigen Intro findet man sich gleich vom ersten (richtigen) Track in der Stimmung, die das ganze Album über anhält. Vor allem gegen Ende des Albums drängen sich einem Bilder vom tiefen, herbstlichen Wald im Morgennebel auf. Der letzte Track Haunted ist dann der Höhepunkt, melodiös, getragen und trotzdem hart bis zum plötzlichen Abbruch, um dem wiederum humorigen Outro Platz zu machen.

mogwai_zidane.jpg Mogwai – Zidane: A 21st Century Portrait An Original Soundtrack

http://www.last.fm/music/Mogwai/Zidane-A+21st+Century+Portrait

Man stelle sich vor, Ende November mit dem Zug durch das verregnete und Nebelverhangene Schweizer Mittelland zu fahren. Triste Bahnhöfe ziehen an einem vorüber. Im Kopfhörer Mogwais Soundtrack zum Film Zidane: A 21st Century Portrait schleppt sich dahin wie die Landschaft, düster und melancholisch. Mehr gibt es da eigentlich nicht zu erkären, als dass sie perfekt passen würde, die Musik zur Landschaft. Erwähnt sei vielleicht noch, dass man als “Hidden Track” 15 Minuten den selben Ton, abwechslungsweise vom Gitarrenfeedback oder vom Synthie hören kann, verziert mit Fussballgeräuschen wie Fangeschrei und Schiedsrichterpfeifen (von ganz weit weg).


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