a_human_third_hand_prophecy.jpg (23.05.08 / Wall of Sound) – Power Cords und Elektro-Gepiepse, schnittige Gitarrenriffs und Ramones-Mässiger Gesang, ungeschliffene Seqencer-Beats und verwirrende Tracknamen wie “The Fraudulent Truths Of An Office Worker” oder “Post Post Modern Anxiety Blues“: Das ist A. Human mit ihrem Debüt-Album Third Hand Prophecy.

Dreckig, frech, teils chaotisch aber auch sexy, das sind die Adjektive, mit denen man die Musik beschreiben könnte, eine Mischung, die sich vom Electronica zum Punk zum Goth bewegt. Teilweise ein wenig zu viel. Man wird mit den ersten sechs Tracks des Albums so ziemlich überrollt, bevor dem Hörer mit “Come Death and Welcome” eine Verschnaufpause gegönnt wird. Vorher kämpft man sich durch reichlich mit diversend Sounds ausgepolsterte Tracks – Glam-Electro, dominiert durch eine Gesangsstimme, die, stets mit viel Vibrato gesungen, an Popgrössen der 80er-Jahre erinnert.

Die bewegten Tracks machen durchaus Spass. Textlich sehr verrückt (ensprechend den Songnamen) können sie auch musikalisch immer wieder überraschen. Aber nach sechs dennoch ein wenig anstrengenden Songs ist man wie gesagt froh um die kleine Pause, die man mit “Come Death and Welcome” erhält. Der Song ist ruhiger und soundmässig vergleichsweise wenig ausgefüllt – ein guter Vergleich wäre Gorillaz.

Nachher gehts weiter wie gewohnt, laut, bewegt und streckenweise an die elektronischen Wände von M83 erinnernd (zum Beispiel “Why Do I Try“). Nach diesem letzten Stück wird dem Hörer noch ein Hidden Track geschenkt.

Man kann sich diese Band, deren Mitglieder sich die Künstlernamen Mellay Human, C More Human, Dave Human, K Human, B E Human und J Human gegeben haben, sehr gut als eine Liveband vorstellen, die so richtig abgeht. Zuhause beim hören des Albums kann einem die ständige Armada aus Klängen aber dann doch noch schnell mal zuviel werden. Es ist eines jener Alben, die man nicht in jeder Stimmung gut findet: Im richtigen Moment geht es los wie ein Feuerwerk, aber im falschen Moment (bzw. in der falschen Stimmung) ist es jene Musik, die Aufdringlich und beinahe erdrückend wirkt.

Vielleicht teilen aber nicht alle die Meinung eines eher zum Minimalismus tendierenden Reviewers, deshalb lieber selbst reinhören.

…auch erschienen auf out-of-space.ch.

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