Nightmares On Wax - Thought So… Nach Bomb The Bass hat mit Nightmares On Wax jetzt schon die zweite Britische Urgestein-Trip-Hop/Hip-Hop/Downbeat-Band innerhalb von kurzer Zeit ein neues Album veröffentlicht (zudem auch auf Warp), wobei bei Nightmares On Wax die Wartezeit nicht so lang war wie die auf Bomb The Bass‘ Album Future Chaos. Aber wie bei Future Chaos können auch mit Thought So… die Erwartungen nicht so richtig erfüllt werden.

Gegründent von den zwei Hip-Hop DJs und Remixern George Evelyn und Kevin Haper sieht sich die Band ja eher im Downbeat als im Hip-Hop. Dennoch fehlt diesem Album durchgängig etwas wichtiges, auch wenn man es zu Beginn nicht so richtig deuten kann. Die Tracks tröpfeln manchmal entspannt dubbig aus den Boxen (“Still Yes“), dann wieder Old-School-Hip-Hop-mässig (“Da Feeling“) und zum Schluss dann sogar richtig Lounge-Mässig mit Klavier und Streichern, mit der grossen Kelle angerührt (“Hey Ego!“).

Lässt man aber mal ein paar Tracks im Hintergrund laufen, ertappt man sich immer wieder beim drücken der Skip-Taste. Denn obwohl die Musik an sich sehr angenehm ist und auf den ersten Blick ein “Jaja, ist ganz OK”-Prädikat erhalten mag, merkt man mit der Zeit, dass etwas fehlt.

Meines erachtens ist es folgendes: Die Musik klingt meistens wie Hip-Hop, Dub oder Trip-Hop, bei dem der Gesangskanal gemuted ist. Man kennt das von diversen Hip-Hop-Alben oder EPs, bei denen die normalen Tracks nochmal als “Instrumentals” auf die CD gepackt wurden. Bedeutet eigentlich die selbe Musik, ohne die Raps (wohl gedacht für jene, die das mitrappen üben oder Karaoke betreiben wollen).

Was bei einem Hip-Hip-Album als “Supplément” zu den richtigen Songs ganz schön sein mag, stört bei einem normalen Album ganz gewaltig, denn man wartet bei jedem Track darauf, dass noch mehr kommt, dass etwas passiert. Aber es sind sozusagen nur endlose Intros. Nur bei einigen Tracks ist das nicht der Fall, so z.B. beim Dub/Reggae-Song “195lbs“, welcher schon als Single ausgekoppelt wurde. Die spärlichen Vocals bei den anderen Tracks klingen weniger nach Lead- sondern eher nach Background-Vocals.

Somit wird aus dem Album eigentlich mehr eine Art Lounge-Fahrstuhl-Musik, von der man sich im Hintergrund berieseln lassen kann – viel mehr bleibt nicht hängen. Man sehnt sich bei den meist eigentlich schon nicht so schlecht gemachten Instrumentals nach einer Stimme, die eine Melodie vorträgt, welche der Musik einen Sinn gibt. Schade, so sticht kein Song richtig raus und das ganze bleibt dann doch sehr belanglos…

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Reinhören in einige der Tracks: www.myspace.com/nightmaresonwax

…auch erschienen auf out-of-space.ch.

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